Kampfzone § 11 - warum ICH diese Zertifizierung verweigere!!!

 

Sachkundenachweis: Hundetrainer unter Druck!! Seit dem 01.08.2014 gilt:

 

Im Rahmen einer Novelle des Tierschutzgesetzes wurde die "Erlaubnispflicht für Hundetrainer" eingeführt. In § 11 Absatz 1 Satz 1 Nummer 8 Buchstabe f heißt es jetzt: "Wer gewerbsmäßig ... für Dritte Hunde ausbilden oder die Ausbildung der Hunde durch den Tierhalter anleiten will, bedarf der Erlaubnis der zuständigen Behörde."

So weit so gut. Auch ich befürworte und unterstütze das "alle Trainer" einen gewissen "Qualitätsstandard" haben sollten, und dem immer noch oftmals vorherrschenden längst widerlegten Trainingsmethoden Grenzen gesetzt werden sollten.

 

Die willkürliche Umsetzung des § 11 ist jedoch derart verworren und chaotisch das in NRW z. B. der Sachkundenachweis 75,00 EUR kostet und die Teilnehmer quasi ohne Prüfung durch gewunken werden, bei uns in RLP dann 1.000,00 - 3.500,00 EUR gefordert werden. Zudem wird ein Fachgespräch als auch eine praktische Prüfung verlangt. Dies hat nichts mehr mit dem Sachkundenachweis zu tun hat sondern ist eine Zertifizierung (für ein Berufsbild das es gar nicht gibt!) die bei der LTÄK abgelegt werden muss. 

Die Veterinärämter in RLP versuchen im Augenblick die Abnahme auszulagern was aber per Gesetz verboten worden ist - sie machen es trotzdem!! In anderen Bundesländern gibt es Fälle wo nachweislich Trainer sich ihre Fortbildungs- und oder Ausbildungsbescheinigungen sogar über Facebook, etc. zusammen gestellt haben und diese eingereicht haben - hat funktioniert. Ich bin nicht bereit tausende von EUR den entsprechenden Organisationen in den Rachen zu werfen und damit dieses äußert fragwürdige Verfahren damit zu unterstützen.

 

Es kann nicht sein das nur eine IHK-Potsdam nachgewiesene Prüfung als Nachweis für eine Sachkunde anerkannt wird die mal gerade 200 Stunden Verhalten aber 300 Stunden Betriebswirtschaft beinhaltet. Komisch auch das ich noch keinen der IHK Absolventen auf Fortbildungen gesehen habe - sie haben es wohl nicht nötig!?  In welche Richtung dies läuft ist leicht zu erkennen .... - ein Schelm der Böses dabei denkt.

 

Ich habe mittlerweile neben jahrelanger praktischer Erfahrung auch über 1800 Stunden theoretische Ausbildung absolviert. Bei namhaften Kynologen die nun nichts mehr wert sein sollen - das kann und werde ich nicht dulden / zulassen. Zudem bilde ich mich regelmäßig fort und besuche im Schnitt an 6 - 8 Wochenenden im Jahr Fortbildungsveranstaltungen. Die Kosten meiner Ausbildung belaufen sich mittlerweile im 5-stelligen EUR-Bereich.

 

Durch diese Verfahrensweise wird willkürlich Flexibilität, Innovation und Ideenreichtum im Hundetraining blockiert und nur noch eine Ausbildungsform anerkannt. Ich sage dazu nur - Willkommen im 21. Jahrhundert liebe Veterinärämter / lieber Gesetzgeber - ich glaube ihr habt einiges verpasst oder verpennt. Es kann nicht nur den einen Weg in der Hundeerziehung geben. Der Individualität und Einzigartigkeit unserer Hunde wird mit diesem Verfahren die ROTE KARTE gezeigt!!

Anrufe von Hundebesitzern bestätigen diesen traurigen Trend leider. Immer noch wird - gerade in den zertifizierten Hundeschulen - mit Methoden gearbeitet die dem Hundemenschen ein sehr unangenehmes Bauchgefühl bereiten. (ich gehe hier mit Absicht nicht auf die veralterten und teilweise tierschutzrelevanten Trainingsmethoden ein) 

Aber Hauptsache es hängen Zertifikate und jede Menge Mitgliedschaften von Verbänden an der Türe, die - dem nicht sachkundigen Hundebesitzer -  ein qualifiziertes Training suggerieren sollen.

 

Problematisch sehe ich auch die Entwicklung der Zertifizierung / des Sachkundenachweises - es werden 50 - 150 Fragen auswendig gelernt und anschl. in einem PC-Test wiedergegeben, ggf. folgt noch ein Fachgespräch mit einem Tierarzt (diese sind nun per Gesetz "Verhaltensexperten" und prüfen Hundetrainer; vielleicht prüfen ja demnächst die Hundetrainer die Tierärzte?). Gerade dieses Verfahren ist mehr als fragwürdig. Es werden u. a. Fragen gestellt, deren Antworten längst wissenschaftlich widerlegt worden sind - trotzdem wird auf eine falsche Beantwortung bestanden und richtige Antworten mit falsch bewertet - mein Fazit = NEIN DANKE!

Viel wichtiger ist es doch, dass das erlernte auch im Kopf, im Herzen und im Bauch des Trainers angekommen ist. Was nützt das ganze Auswendiglernen wenn es nicht verstanden worden ist und demzufolge nicht in der Praxis umgesetzt werden kann - meiner Meinung nach eine fatale Entwicklung.

Die Leidtragenden werden definitiv die Hundehalter mit ihrem Partner Hund sein. Neben den Kosten die bei einem Besuch einer Hundeschule entstehen, haben diese Teams eventuell auch die Konsequenzen falschen Trainings noch ein Hundeleben lang zu verarbeiten.

 

In einem Selbstversuch habe ich mich als Kunde in einer hier in der Nähe ansässigen Hundeschule (n) angemeldet und dort für ca. 12 Monate entsprechende Kurse belegt. Die Konsequenzen aus dem dort falsch vermittelnden Training waren weitreichend und sind teilweise noch heute bei meinen Probanden (Hunden) zu erleben, obwohl wir das meiste - es dauerte eine ganze Weile - wieder Gegenkonditioniert haben. Mittlerweile sind diese Hundeschule (n) zertifiziert und schmücken sich mit zahlreichen Zertifikaten und Zulassungen - ein für mich unhaltbarer Zustand, den der "normale Hundebesitzer" leider nicht erkennen kann, aber von den zuständigen Stellen befürwortet wird.

 

Ich will niemanden beleidigen, angreifen oder ähnliches - mir liegt nur an einem ordentlich fairem Umgang mit Trainern die Jahrelang oder Jahrzehntelang  erfolgreiche Arbeit machen, fundiertes Wissen haben und nun aufgrund der neuen Gesetzeslage nicht mehr trainieren dürfen oder auch wollen. Und das nur weil sie keine Ausbildung nach IHK-Potsdam haben. DAS KANN UND DARF NICHT SEIN!!! Teure Fortbildungen und Seminare verschlingen tausende - all dies soll nun nicht anerkannt werden!??

  

Es kann und darf aber nicht sein

  • dass eine Jahrelange Erfahrung und qualitativ hochwertige Arbeit einfach als "Nicht-Qualifiziert" dargestellt wird, und nichts mehr wert sein soll
  • das Fortbildungen und Seminarbesuche bei namhaften Referenten-Wissenschaftlern-Forschern die Tausende von EUR verschlungen haben auf einmal nichts mehr wert sein sollen
  • Anerkannt werden nur noch Ausbildungen der IHK und der LTÄK, somit verschwindet Innovation und neues Gedankengut im Training kompetenter Trainer die sich um jeden einzelnen Hund Gedanken machen
  • das Prüfer in einem Ausschuss sitzen und an den Prüfungen verdienen, nämlich in der Form das von den Prüfern Lehrgänge und Fachbücher angegeben werden die nötig für ein Bestehen der Prüfung sind
  • das es keinen Bestandsschutz gibt
  • das Prüflinge alles nur noch "auswendig lernen" - ggf. bestehen und dann als "Qualifizierte Trainer" auf die Menschheit bzw. deren Hunde los gelassen werden.
  • das Zertifizierte Hundeschulen ggf. diese Zulassung monetär umwandeln und erhöhte Preise verlangen werden
  • das nur noch eine Ausbildungsform zugelassen wird - wo bleibt die Flexibilität, Innovation und Vielfältigkeit der Ausbilder (Trainer) ????
  • das jeder der ein Buch verfasst, eine DVD gemacht hat bei Prüfungen "durch geschleusst" wird
  • das jede Kommune seine ganz eigene Vorstellung einer Prüfung hat
  • das Tierärzte AUTOMATISCH diese Zertifizierung erhalten - gelten demnach als sie "Verhaltensexperten" - ein Schelm wer böses dabei denkt.
  • das Tierärzte Hundetrainer - Verhaltensexperten - prüfen; kein Hundetrainer würde sich auch nur im näheren anmaßen einen Tierarzt zu prüfen
  • das die zu Prüfenden mehr Fachwissen über Verhalten nachwiesen können als der Prüfende
  • die Kosten einer Zertifizierung von 75,00 EUR bis zu 3.500,00 EUR betragen können - hinzu kommen Kosten für Bücher, .....
  • .........

 

  Mögliche Folgen dieser Umsetzung

  • Reduzierung - Auflösung bestehender langjähriger und guter Hundeschulen bzw. Hundetrainer
  • Ggf. Erhöhung der Preise bei den "Zertifizierten Hundeschulen" (nach dem Motto - wir haben den Schein - wir sind GUT)
  • Größere Gruppen mit der damit verbundenen schlechteren Ausbildung von Hunden (Nachteil großer Gruppen in den Hundeschulen)
  • längere Anfahrtswege für die Hundebesitzer (gerade im ländlichen Bereich) und der damit verbundenen schlechteren Ausbildung der Hunde gerade im sozialen Bereich
  • möglicher Einheitsunterricht aufgrund der vorgeschriebenen Ausbildungsvorgaben (IHK, LTAK,...)
  • Wegfall von Seminaren und Fortbildungen von hochwertigen aber nicht "zertifizierten" Referenten
  • ggf. mehr "Vorfälle" infolge schlechterer Ausbildung-Sozialisierung von Hunden mit den damit verbundenen Schäden
  • ..........

 

Die oben genannten Gründe - Argumente lassen sich noch um ein vielfaches erweitern.

 

Willkür - schreit nach Widerstand!!!!

 

Konsequenz für mich: ICH HÖRE AUF

 

Ich werde aus den oben genannten und weiteren Gründen diese Prüfung, Sachkundenachweis oder Zertifizierung - sprich das ganze Verfahren - in Frage stellen und nicht daran teilnehmen und mich auch nicht prüfen lassen. Das hat nichts mit Unkenntnis zu tun - ganz im Gegenteil!!

Im Gegenzug konzentriere ich mich lieber auf meine eigene schon einige Zeit laufende Verhaltensforschung und werde die Ergebnisse / Erkenntnisse / Erfahrungen  für meine eigenen Hunde nutzen.


Viele meiner Kollegen gehen mit rechtlichen Schritten gegen dieses Verfahren vor. Da ich meine kleine Hundeschule immer nur im Nebenerwerb betrieben habe, fehlt mir hierzu die Kraft als auch der finanzielle Background.

 

Für meine Kunden - und/oder sportbegeisterten Teilnehmer tut mir dies unendlich leid, da sich neben dem Hundeschulbetrieb mittlerweile auch sehr gute Freundschaften entwickelt haben die auch weiterhin Bestand haben werden. Des Weiteren wird es ein solch hoch qualifiziertes Hundesportprogramm und Verhaltenstraining in unserer Region nicht mehr geben.

Es steht natürlich jedem frei sich hier bei unseren zuständigen Politikern, Veterinäramt Altenkirchen oder auch bei Tierärzten zu beschweren oder auch öffentlich zu äußern. Zumal einige Tierärzte aus der Region auch bei mir im Training sind bzw. waren.

 

TIPP:

scheut Euch nicht einen Trainer zu hinterfragen. Jeder gut ausgebildete und erfahrene Trainer wird Euch eine Antwort geben können - wieso - weshalb - warum. Hilfsmittel wie Kettchen, Stachler oder gar Stromhalsbänder sind verboten! Auch das pauschale auf den Rücken werfen des Hundes (oft Alphawurf genannt) ist nicht mehr Stand der Wissenschaft. Solche Trainingsmethoden kann auch jeder zur Anzeige bringen - dies bereinigt den Markt der "schwarzen Schafe" wie unsere Regierung formuliert - viel besser als das oben erwähnte sinnlose und irreführende Verfahren. In diesen Fällen stehe ich auch gerne "PRIVAT" zur Verfügung und werde weiterhelfen.

 

Dennoch wünsche ich allen Kunden, Freunden und Bekannten alles erdenklich gute für die Zukunft und eine gute Orientierung in Sachen Sachkundenachweis, §§, Zertifizierungen, .... .

  

VORSICHT: die Zertifizierung oder Sachkundenachweis nach § 11 ist KEIN Qualitätsindex!! Auch wenn dies nun dem Endverbraucher (Hundehalter) suggeriert wird.

 


 

 



Hier gibt es ausführliche Informationen über die im Augenblick völlig chaotische Situation im Hinblick auf die Umsetzung des § 11.

Wer sich informieren möchte ist hier genau richtig!!